Bahn frei für die Entstehung des Hauses der Musik

(IKM) Die in die Jahre gekommen Innsbrucker Stadtsäle weichen nun dem Neubau des Hauses der Musik. Die Abbrucharbeiten haben am 07. September mit dem Auffahren der ersten Bagger gestartet.

Der sukzessive Abbruch des Veranstaltungszentrums wird bis Oktober 2015 erfolgen, danach soll die Herstellung der Baugrube beginnen. Die ersten Rohbauarbeiten sind für Jänner 2016 geplant. Die Baufertigstellung erfolgt bis Ende 2017. Mit der Gesamtfertigstellung des neuen kulturellen Zentrums samt Einrichtung und Probebetrieb ist Mitte 2018 zu rechnen.

„Mit dem ‚Haus der Musik‘ vereinen wir Musik- und Kultureinrichtungen des Bundes, des Landes und der Stadt Innsbruck in prominenter Lage unter einem Dach – dies ist eine einmalige Chance für das Kulturland Tirol und eine große Bereicherung für die Tiroler Musiklandschaft. Dieses Großprojekt ist ein Meilenstein der Tiroler Kulturpolitik. Ich freue mich sehr, dass die Realisierung nun zügig voranschreiten kann“, ist Kulturlandesrätin Dr.in Beate Palfrader überzeugt.

„Das Haus der Musik sorgt inhaltlich für einen wesentlichen Qualitätssprung und bietet viele Synergieeffekte. Städtebaulich wird der Bau des Hauses der Musik Innsbruck verändern und führt die Landeshauptstadt in ein neues kulturelles Zeitalter“, betont Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer.

„Eine spannende Zeit liegt vor uns. Das Haus der Musik ist ein Großprojekt von besonderer Güte. Allein die planerischen Vorgaben waren auf Grund der verschiedenen NutzerInnen eine große Herausforderung. Nun geht es an die Umsetzung“, freut sich IIG-Geschäftsführer Dr. Franz Danler über den Startschuss der Bauarbeiten.

Maßnahmen zu den Naturdenkmälern
Im direkten Nahbereich, westlich der Stadtsäle, befinden sich eine Blutbuche, eine Säuleneiche und eine Schwarzkiefer. Die Säuleneiche und die Schwarzkiefer stammen aus der Zeit des Baus der Stadtsäle (1950er Jahre) und sind in etwa 65 bis 70 Jahre alt. Die Buche ist älter. Alle drei Bäume stehen seit 1984 unter Naturschutz (§27 Tiroler Naturschutzgesetz).

Jede Veränderung, Entfernung und Zerstörung eines Naturdenkmals bedarf seit 2005 einer naturschutzrechtlichen Bewilligung. Diese wurde auch im Fall der drei Bäume vor dem Stadtsaalgebäude eingeholt. Demzufolge bedarf es für das ein langfristiges Überleben der Bäume sowohl im Wurzelbereich als auch bei den oberirdischen Baumteilen besonderer Maßnahmen:Zum Schutz der Wurzel und der Baumkrone vor Beschädigungen durch Baufahrzeuge und Ablagerungen von Baumaterial wird der Traufenbereich eingezäunt. Alle Bäume sind während der Bauarbeiten regelmäßig zu gießen (auch an frostfreien Tagen im Winter).

  • Bei Verstaubung und Verkrustung der Blätter müssen die Bäume mit Wasser abgespritzt werden.
  • Für hitzeabstrahlende und schadstoffemittierende Maschinen muss ein Mindestabstand zur Kronentraufe eingehalten werden. Die gilt im Besonderen bei offenem Feuer.
  • Abbrucharbeiten im Kronentraufbereich der Säuleneiche sind händisch durchzuführen und die Baufahrzeuge dürfen in diesem Bereich ein Gesamtgewicht von 3,5t nicht überschreiten. 
Diese Maßnahmen werden von einer ökologischen Bauaufsicht und Mitarbeitern des Stadtgartenamtes laufend kontrolliert.

Baustellenverkehr
Die Einfahrt in die Baustelle erfolgt gegenüber dem Zugang zur Altstadt. Diese ist mit Schranken geregelt und wird bewacht. Die Ausfahrt der Baustellenfahrzeuge erfolgt auf Höhe des Fluchtwegs beim Tiroler Landestheater. Dort sind auch die Baustellencontainer untergebracht. Mit einer Reifenwaschanlage bei der Baustellenausfahrt und dem Einsatz von Wassersprühern wird der Staubentwicklung entgegengewirkt.

In der Abbruchphase bzw. bis Februar 2016 ist die Universitätsstraße weiter zweispurig mit Gegenverkehr befahrbar. Der Gehweg wurde auf die Südseite verlegt. Für die AnwohnerInnenparkplätze der Zone XY wurde am Ende des Rennwegs und in der Karl-Kapferer Straße ein vollwertiger Ersatz geschaffen. Die Taxi- und Behindertenparkplätze wurden auf der Hofburgseite angeordnet. Die Stadtradstation befindet sich auf Höhe des Fluchtweges zum Landestheater.

Haus der Musik
Das Auftragsvolumen zum Haus der Musik liegt bei knapp 58 Millionen Euro. Seit Mitte Oktober 2014 steht fest, dass das Projekt von Architekt DI Erich Strolz am Areal des Stadtsaalgebäudes verwirklicht wird.

Das kulturelle Infrastrukturprojekt führt mehrere wichtige musikalische Ausbildungsstätten der Landeshauptstadt an einem Standort zusammen. Insgesamt acht NutzerInnen, darunter Tirols größter Klangkörper, das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck (TSOI), bekommen dort eine neue Heimat. Damit ist es ganzjährig – und ganztägig – von Leben erfüllt. An stadträumlich äußerst prominenter und historisch bedeutender Stelle entsteht so ein öffentlicher Ort, der über sein Programm hinaus auch zu den benachbarten historischen Kulturbauten neue Zugänge eröffnet. Bauträger ist die Innsbrucker Immobilien Gesellschaft (IIG).

(Nr. 279– 07. September 2015) (KR)

BU: Bei den ersten Abbrucharbeiten der Innsbrucker Stadtsäle (v.l.): Markus Schöpf (IIG), Franz Danler (Geschäftsführer der IIG), Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, Georg Preyer (IIG) und Stefan Eller (IIG).

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