Alles dreht sich, alles bewegt sich …

Das Haus der Musik Innsbruck wächst zusehends; ein optischer Blickfang moderner Architektur neben dem geschichtsträchtigen Tiroler Landestheater und integrativer Bestandteil des Mehrspartenhauses zugleich. Baulich wie künstlerisch setzt das Gebäude in jeglicher Hinsicht neue Maßstäbe. Mit dem Einzug der Technik werden nun auch die Weichen für die kommenden musikalischen Höhepunkte gestellt. Neben der Musik darf sich aber auch das Schauspiel mit seinen Spielstätten Kammerspiele und [K2] über die Möglichkeiten im neuen Haus freuen.

Werfen wir gleich einen Blick von oben auf ein Herzstück der neuen Räumlichkeiten; genauer gesagt auf und über die Bühne der neuen Kammerspiele, wo die dort angesiedelte Technik mit einer Drehbühne und dem Schnürboden in der Obermaschinerie die Regiearbeit unterstützt. Die zugegebenermaßen trockenen Fakten sind hier bereits Musik in den Ohren des geneigten Theaterbesuchers: Es ist ein reizvoller Effekt, wenn auf offener Szene die Drehbühne zum Einsatz kommt, mittels Elektromotor und computergesteuert, auf einer kreisrunden Fläche im Bühnenboden mit einem stolzen Durchmesser von acht Metern – die Faszination des Theaters, der Zauber der Illusion auf offener Bühne. Schnell und sichtbar lassen sich so die unterschiedlichsten Szenerien verwandeln, gestalten, bespielen. Technik, die sich bescheiden im Hintergrund hält, sich für den großen Auftritt stets in den Dienst der Kunst stellt. Wer einmal das originale Schlosstheater Cesky Krumlov besucht hat, weiß, dass man schon im Barockzeitalter um das Erfolgsgeheimnis eines ausgeklügelten Schnürbodens wusste. Mit 22 elektrischen Seilwinden ausgestattet, können in den Kammerspielen künftig Bühnendekora­tionen – ebenfalls computergesteuert – fließend gewechselt werden. Zwei Beleuchterzüge ermöglichen, frei nach Marie von Ebner-Eschenbachs Feststellung, dass „jedes Licht sein Atmosphärchen habe“, ein Spektrum an künstlerisch qualitätsvoller und nuancenreicher Lichtgestaltung.